Die Diskussion um Arbeitszeitmodelle ist aktueller denn je. Während das Arbeitsgesetzbuch einen individuellen Ansatz bei der Gestaltung von Arbeitszeit ermöglicht, setzen viele Unternehmen wieder stärker auf den „Back-to-Office“-Trend. Ein klarer Widerspruch, der HR und Führungskräfte vor spannende Fragen stellt.
Was Mitarbeitende wirklich wollen
Aus zahlreichen Mitarbeitergesprächen wird deutlich: Flexible Arbeitszeit ist ein echter Benefit.
Sie wird nicht nur als organisatorischer Vorteil gesehen, sondern auch als Ausdruck von Vertrauen und Wertschätzung.
Zudem zeigt sich:
- Flexible Modelle fördern gelebte Diversität.
- Sie spiegeln die Unternehmenskultur wider.
- Sie geben Mitarbeitenden die Möglichkeit, im Einklang mit ihren Überzeugungen zu arbeiten.
Beispielfall:
Ein internationales Team befand sich vor der Herausforderung, wie sie den sehr unterschiedlichen Glaubensrichtungen und Nationalitäten ihrer KollegenInnen gerecht werden sollen, wenn es um religiös oder nationale Feiertage gibt mit denen andere Religionen oder Nationalitäten nichts anfangen können, wie Weihnachten oder der Nationalfeiertag. Das Unternehmen reagierte flexibel: Die Mitarbeitenden können es sich aussuchen, ob sie den Feiertagen begehen oder lieber an einem anderen Tag feiern.
Das Ergebnis: Die KollegenInnen fühlen sich ernst genommen und respektiert und das Team profitiert von einer besseren Abdeckung der Arbeitzeiten.
Hinweis: In Deutschland ist Feiertagsarbeit bis auf wenige Ausnahmen offiziell verboten.
Employer Branding mit Wirkung
Flexible Arbeitsmodelle sind längst mehr als ein „Nice-to-have“. Sie sind ein starkes Instrument im Employer Branding und senden eine klare Botschaft an Talente: „Hier darfst du so arbeiten, wie es zu deinem Leben passt.“
Natürlich birgt Flexibilität auch Risiken – organisatorisch wie kulturell. Doch die Erfahrung zeigt: Wer mutig ist, gewinnt. Risiken einzugehen zahlt sich aus – für Unternehmen genauso wie für Mitarbeitende.